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Online-Handbuch
Kinder- und Jugendschutz

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Kriegsverherrlichung

Ein Medium mit kriegsverherrlichendem Inhalt unterliegt ebenso wie andere schwer jugendgefährdende Medien gemäß § 15 Abs. 2 Nr. 2 Jugendschutzgesetz den Verbreitungs- und Werbebeschränkungen, auch ohne ausdrückliche Indizierung. Im Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen) und in Telemedien ist Kriegsverherrlichung gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 7 Jugendmedienschutz-Staatsvertrag verboten, auch wenn sie nur unter Erwachsenen verbreitet wird. Nicht jede Kriegsliteratur und nicht jeder Kriegsfilm unterfällt diesem Tatbestand. Das gilt insbesondere dann, wenn lediglich geschichtliche Ereignisse wiedergegeben werden. Der Begriff der Kriegsverherrlichung ist aber weit auszulegen, es werden nicht nur Lobpreisungen des Krieges erfasst, sondern auch Darstellungen, in denen die Schrecken des Krieges so dargestellt werden, dass derjenige, der sie ohne Skrupel in Kauf nimmt, jungen Menschen als Vorbild erscheinen kann. Dabei ist auch Artikel 26 des Grundgesetzes zu berücksichtigen, der Störungen des friedlichen Zusammenlebens der Völker ebenso als verfassungswidrig verbietet wie Handlungen, die der Vorbereitung eines Angriffskrieges dienen.

Letzte Aktualisierung: 30.06.2015

 
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